Compliance

Compliance bezeichnet die Einhaltung aller gesetzlichen, regulatorischen und unternehmensinternen Vorgaben. Im Messaging-Umfeld umfasst das DSGVO/Datenschutz, branchen-spezifische Regulierung, Vertragsklauseln (AVV) und technische Sicherheitsstandards. Compliance ist kein Häkchen, sondern ein laufender Zustand.

Was bedeutet Compliance?

Compliance (deutsch: „Regeltreue") ist der Sammelbegriff für die Pflicht eines Unternehmens, sich an alle relevanten Vorschriften zu halten – gesetzliche, regulatorische und freiwillig eingegangene. Im Messaging-Kontext heißt das: Daten dürfen nur in dem Umfang verarbeitet werden, wie es Gesetz und Vertrag erlauben, und das muss jederzeit nachweisbar sein.

Compliance ist breiter als DSGVO-konforme Messaging: Die DSGVO ist die wichtigste Säule, aber daneben stehen IT-Sicherheits-Standards, branchenspezifische Regulierung (z. B. Bankenaufsicht für Fintechs), arbeitsrechtliche Vorgaben und interne Konzern-Richtlinien.

Die wichtigsten Compliance-Domänen für Messaging

DomäneWorum es gehtWer prüft
Datenschutz (DSGVO)Erhebung, Speicherung, Nutzung personenbezogener DatenAufsichtsbehörden, intern: Datenschutzbeauftragter
IT-SicherheitVerschlüsselung, Zugriffsschutz, Backups, Incident ResponseAudits (ISO 27001, SOC 2), interne Revision
AuftragsverarbeitungAVV mit jedem Dienstleister, der Daten in Ihrem Auftrag verarbeitetVertrags-Compliance, Aufsichtsbehörden
TelekommunikationNationale Regeln für SMS, Anrufe, Marketing-BotschaftenBundesnetzagentur (DE), nationale Regulierer
Branchen-ComplianceSektorspezifisch: Gesundheit (HIPAA-äquivalente Regeln), Finanzen (BaFin), KinderschutzBranchen-Aufsicht

Compliance-Anforderungen im Messaging-Alltag

  • Opt-in vor jeder Marketing-Nachricht: Siehe Double-Opt-in für die saubere Implementierung.
  • Identifizierbarer Absender: Jede Nachricht muss erkennen lassen, wer sie sendet (Impressums-Logik).
  • Abmelde-Option: Jeder Marketing-Empfänger muss sich mit einem Klick (oder Stoppwort wie „STOPP") abmelden können.
  • Geschwärzte Logs: Server-Logs dürfen keine unbeabsichtigten personenbezogenen Daten enthalten (z. B. nicht den vollen Nachrichten-Inhalt).
  • Auftragsverarbeitungs-Vertrag: Vor der ersten Nutzung mit jedem Dienstleister abschließen.
  • Datenlöschung: Auf Anfrage müssen Daten innerhalb von 30 Tagen gelöscht werden – ohne Hintertüren.

Compliance-Standards, auf die KMU achten sollten

  • DSGVO / GDPR – EU-weite Datenschutz-Grundverordnung.
  • ISO 27001 – Internationale Norm für Informationssicherheits-Management.
  • SOC 2 Type II – Audit-Standard für Service-Anbieter, wichtig für US-Kunden.
  • BSI C5 – Cloud-Computing-Compliance-Katalog des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (DE).
  • EU AI Act – ab 2026 schrittweise in Kraft, regelt KI-Systeme inklusive Chatbots.

Datenresidenz: Wo Daten liegen, ist Compliance

Für viele deutsche KMU ist es nicht nur juristisch, sondern auch politisch wichtig, dass ihre Daten in der EU liegen. Das umfasst:

  • Server in EU-Rechenzentren (Frankfurt, Amsterdam, Dublin)
  • Backup-Spiegel ebenfalls EU
  • Support-Mitarbeiter, die auf Daten zugreifen, sitzen in der EU
  • Subdienstleister sind ebenfalls DSGVO-konform und vertraglich verpflichtet

SendSeven hostet ausschließlich in Deutschland (Frankfurt), Subdienstleister sind in der Datenschutzerklärung gelistet, AVV ist vorvertraglich digital abschließbar.

Was Compliance nicht ist

Compliance ist keine Marketing-Aussage und kein Häkchen. „Wir sind DSGVO-konform" alleine ist wertlos, ohne nachweisbare Prozesse. Echte Compliance heißt:

  1. Verantwortlichkeiten benannt (Datenschutzbeauftragter, Sicherheitsbeauftragter)
  2. Verarbeitungstätigkeiten dokumentiert (Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO)
  3. Regelmäßige interne Audits
  4. Incident-Response-Plan für Datenschutzverletzungen
  5. Schulungen für Mitarbeiter, die mit personenbezogenen Daten arbeiten