Abonnenten ohne Werbebudget: drei Touchpoints, die Sie schon haben
Kai Viertel, Co-Founder & CMO
Drei Flächen für Anmeldungen besitzen Sie längst: die E-Mail-Signatur, die Anmeldeseite des Gäste-WLANs und den Kontakt-Button im Google-Unternehmensprofil. Alle drei sind in einer halben Stunde eingerichtet und kosten kein Media-Budget. Zu jedem gehört eine Regel, die Sie vorher kennen sollten.
TL;DR
Drei Flächen für Anmeldungen besitzen Sie bereits, ohne einen Euro Media-Budget: die E-Mail-Signatur, die Anmeldeseite Ihres Gäste-WLANs und den Kontakt-Button im Google-Unternehmensprofil. Alle drei sind in einer halben Stunde eingerichtet. Wichtig sind zwei Regeln: Der WLAN-Zugang darf nicht an das Abo gekoppelt sein, und der Google-Button liefert nur einen leeren Chat, also muss Ihre Begrüßung die Arbeit machen.
Was Sie schon haben
Die meisten Ratschläge zum Aufbau einer Abonnentenliste kosten Geld. Anzeigen, Gewinnspiele, Rabatte. Dabei liegen in jedem Betrieb drei Flächen brach, die schon bezahlt sind und trotzdem selten genutzt werden.
Rechnen Sie einmal nach. Drei Personen im Team, je 40 E-Mails am Tag, das sind über 6.000 Kontaktpunkte im Monat. Jeder einzelne endet mit Ihrer Signatur. Dazu kommt jeder Gast, der nach dem WLAN fragt, und jeder Suchende, der Ihren Betrieb bei Google findet.
Keiner dieser drei Wege braucht ein Budget. Sie brauchen nur einmal 30 Minuten und die richtige Formulierung.
Fertige Bausteine statt Handarbeit
Kanal-Buttons, Icon-Badges und ein Signatur-Block liegen in SendSeven unter Widgets im Reiter Promotion, als kopierfertiges HTML mit Inline-Stilen.
WhatsApp-Newsletter ansehen →Die E-Mail-Signatur
Die Signatur ist der einzige Touchpoint, der bei jeder einzelnen Nachricht mitläuft. Trotzdem steht dort in den meisten Betrieben nur eine Telefonnummer, die niemand abtippt.
Setzen Sie den Kanal-Block darunter, mit Icon und Nummer, und verlinken Sie jeden Eintrag direkt in den Chat. Der Block ist tabellenbasiert aufgebaut, damit er auch in Outlook zuverlässig aussieht. Alle Stile stehen inline, ein zusätzliches Stylesheet brauchen Sie nicht.
Entscheidend ist die Zeile darüber. Eine nackte Aufzählung von Kanälen wirkt wie ein Impressum. Formulieren Sie ein Angebot: „Schreiben Sie uns auf WhatsApp, meist antworten wir noch am selben Tag.“ Das ist ein Grund, den Chat zu öffnen.
Eine Einschränkung steht in der Plattform gleich mit dabei: Mit der Beschriftung „Abonnieren auf ...“ fällt Instagram heraus, weil Instagram keine Newsletter-Abos unterstützt. Wählen Sie dort eine Kontakt-Beschriftung, dann ist Instagram wieder dabei.
Denken Sie an alle ausgehenden Mailvorlagen, nicht nur an die persönliche Signatur. Auftragsbestätigung, Rechnung, Terminbestätigung. Diese Vorlagen verschicken oft mehr Nachrichten als Ihr Team.
Das Gäste-WLAN
Café, Friseursalon, Kosmetikstudio, Wartebereich. Überall dort, wo Kunden sitzen und warten, fragen sie nach dem WLAN. Die Anmeldeseite dieses Gäste-WLANs ist eine Opt-in-Fläche, die Sie ohnehin schon betreiben.
Ein Satz genügt, darunter der Link oder der QR-Code: „Angebote und Termine per WhatsApp? Hier anmelden.“
Ein rechtlicher Punkt ist dabei entscheidend. Sie dürfen den WLAN-Zugang nicht davon abhängig machen, dass jemand den Newsletter abonniert. „Nur verbinden“ muss als eigene, sichtbare Option bestehen bleiben. Eine Einwilligung, die man geben muss, um ins Internet zu kommen, ist nicht freiwillig und damit unwirksam. Halten Sie beides getrennt, dann ist der Touchpoint unproblematisch.
Praktisch hängt es am Router. Viele Gastro-Router bringen eine eigene Startseite mit, auf der sich Logo, Text und ein Link hinterlegen lassen. Wenn Ihre Anmeldeseite keinen freien Text erlaubt, hängen Sie ein kleines Kärtchen an den Tisch, auf dem WLAN-Passwort und Abo-Code zusammen stehen.
Das Google-Unternehmensprofil
Für lokale Betriebe ist das Profil bei Google oft der erste Kontakt überhaupt. Dort können Sie WhatsApp als Kontakt-Button hinterlegen, kostenlos. Wer den Betrieb auf dem Handy sucht, sieht neben Anrufen und Route auch den Weg in den Chat.
Zwei Eigenheiten sollten Sie vorher kennen, sonst suchen Sie an der falschen Stelle.
Der Button erscheint nur mobil. Am Rechner sehen Sie ihn nicht. Prüfen Sie das Ergebnis also auf dem Handy, sonst halten Sie eine funktionierende Einstellung für einen Fehler.
Ein vorbelegter Text ist nicht möglich. Bei einem QR-Code oder einem Link aus der Plattform legen Sie fest, welches Wort der Kunde absendet. Hier nicht. Der Kunde landet in einem leeren Chat und tippt, was ihm einfällt.
Daraus folgt der eigentliche Arbeitsschritt. Über diesen Weg kommt keine fertige Anmeldung herein, sondern eine offene Frage. Der Kunde schreibt zuerst, damit ist das 24-Stunden-Fenster offen und Sie dürfen frei antworten. Genau in dieser Antwort holen Sie das Opt-in: kurz sagen, was Sie schicken würden, und um eine Bestätigung bitten. Die Regeln dahinter erklärt unser Fact Sheet zu den WhatsApp Essentials.
Zwei Dinge machen den Unterschied. Die Begrüßung sollte nicht mit „Wie können wir helfen?“ starten, sondern zwei oder drei Auswahlmöglichkeiten anbieten, damit die Unterhaltung sofort in die richtige Richtung läuft. Und weil kein Triggerwort mitkommt, erkennen Sie diese Anfragen nicht am Wort. Wer die Quelle sauber trennen will, nutzt für Google eine eigene Nummer oder markiert diese Kontakte beim ersten Kontakt mit einem Etikett.
Die Reihenfolge für eine halbe Stunde
Alle drei Wege zusammen dauern weniger als eine Kaffeepause. Diese Reihenfolge spart Nacharbeit.
Zuerst die Begrüßung. Bevor irgendein Link nach draußen geht, muss die erste Antwort stehen. Sie bestätigt die Anmeldung, sagt was kommt und wie oft, und nennt den Weg zur Abmeldung.
Dann die Signatur. Ein Block, einmal kopiert, an alle im Team verteilt und in die Mailvorlagen eingesetzt. Das wirkt ab der nächsten Nachricht.
Dann WLAN und Google. Beides sind Einstellungen, die Sie einmal setzen und danach vergessen können. Testen Sie am Ende beide auf einem Handy, nicht am Rechner.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Darf ich den Zugang zum Gäste-WLAN an das Newsletter-Opt-in koppeln?
Nein. Eine Einwilligung muss freiwillig sein. Wenn der Zugang nur mit Anmeldung funktioniert, ist die Einwilligung unwirksam. Bieten Sie „nur verbinden“ als eigene, sichtbare Option an und stellen Sie das Abo als getrennte Auswahl daneben.
Wie bekomme ich WhatsApp in mein Google-Unternehmensprofil?
Sie hinterlegen WhatsApp im Profil als Kontakt-Button. Voraussetzung ist ein bestätigtes Profil. Der Button wird nur mobil angezeigt, und ein vorbelegter Text lässt sich nicht mitgeben.
Ist eine Nachricht über den Google-Button schon ein Opt-in?
Nein. Der Kunde stellt zunächst eine Frage. Weil er zuerst schreibt, dürfen Sie 24 Stunden lang frei antworten, und in dieser Antwort können Sie das Abo anbieten. Die Einwilligung entsteht erst mit seiner Bestätigung.
Was gehört in die Zeile über den Kanal-Buttons?
Ein Nutzen, kein Kanalname. „Schreiben Sie uns auf WhatsApp, meist antworten wir noch am selben Tag“ wirkt deutlich besser als eine Aufzählung von Symbolen. Sagen Sie, was der Kunde bekommt.
Funktioniert das auch ohne Ladenlokal?
Die Signatur ja, uneingeschränkt. Das WLAN entfällt. Das Google-Profil lohnt sich, sobald Sie eine Adresse oder ein Einsatzgebiet pflegen, etwa im Handwerk oder in der Beratung.
Alle Opt-in-Wege im Überblick
Diese drei Touchpoints sind Teil von zwölf. Der Pillar-Artikel zeigt alle, dazu die DSGVO-Punkte und einen 90-Tage-Plan.
Zu den Opt-in-Strategien →Weiterführende Artikel
- WhatsApp Opt-in: 7 Strategien, mit denen Sie Abonnenten gewinnen
- WhatsApp-QR-Code platzieren: 6 Orte, an denen wirklich gescannt wird
- Triggerwörter am Produkt: vom Aufkleber zum Abonnenten
- WhatsApp Essentials: die Regeln vor dem ersten Versand
- DSGVO-konformes Business Messaging: Der komplette Leitfaden
- WhatsApp-Newsletter Produktseite
Hinweis: Einige Illustrationen in diesem Beitrag sind KI-generiert. Wie wir mit KI umgehen, steht in unseren Redaktionsrichtlinien.