RCS einfach erklärt: der SMS-Nachfolger für kleine und mittlere Unternehmen
SendSeven Team, Editorial Team
RCS ist der Nachfolger der SMS: Firmenname, Logo und Bestätigungshäkchen statt anonymer Nummer, dazu Bilder und Buttons, direkt in der Nachrichten-App, die auf jedem Smartphone schon installiert ist. Dieser Artikel erklärt in einfacher Sprache, was RCS kann, wer es empfangen kann, was es kostet und wie kleine und mittlere Unternehmen damit starten.
TL;DR
RCS einfach erklärt: RCS ist der Nachfolger der SMS und steckt in der Nachrichten-App, die auf dem Smartphone Ihrer Kunden schon installiert ist. Statt einer anonymen Nummer sehen Ihre Kunden Ihren Firmennamen, Ihr Logo und ein Bestätigungshäkchen, dazu Bilder, Buttons und eine Lesebestätigung. In Deutschland erreicht RCS nach Angaben der vier Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O₂ und 1&1 rund 70 Millionen Menschen, auf Android und auf dem iPhone ab iOS 18.1. Wer kein RCS empfangen kann, bekommt weiterhin eine SMS. Bei SendSeven ist RCS in Deutschland auf Anfrage verfügbar.
Was ist RCS?
RCS ist der Nachfolger der SMS. Der Dienst steckt bereits in der Nachrichten-App, die auf fast jedem Smartphone vorinstalliert ist. Ihre Kunden müssen nichts herunterladen, sich nirgends registrieren und kein Konto anlegen. Sie öffnen dieselbe App wie immer und finden dort Ihre Nachricht.
Für Unternehmen heißt der geschäftliche Zweig RCS Business Messaging, kurz RBM. Der Unterschied zur SMS ist schnell erzählt: Statt einer anonymen Nummer sehen Ihre Kunden Ihren Firmennamen, Ihr Logo und ein Bestätigungshäkchen. Statt 160 nüchterner Zeichen bekommen sie ein Produktfoto, Buttons zum Antippen und eine Lesebestätigung.
Anders gesagt: RCS bringt das, was Ihre Kunden von WhatsApp gewohnt sind, in die normale SMS-App. Ohne dass jemand eine App installieren muss.
Was ist der Unterschied zwischen RCS und SMS?
Der wichtigste Unterschied in einem Satz: Bei der SMS bleibt Ihr Unternehmen anonym, bei RCS ist es erkennbar. Alles andere folgt daraus.
| Merkmal | SMS | RCS |
|---|---|---|
| Absender | Nummer oder kurzer Textname | Firmenname, Logo und Bestätigungshäkchen |
| Textlänge | 160 Zeichen je Nachricht | langer Text ohne 160-Zeichen-Grenze |
| Bilder und Videos | nicht vorgesehen | Foto, Karussell und kurzes Video möglich |
| Buttons | keine, nur ein Link im Text | bis zu 11 Antwort- und Aktionsvorschläge |
| Rückmeldung | keine, Sie senden ins Ungewisse | zugestellt, gelesen und Tippanzeige |
| App nötig | nein | nein |
| Antwort des Kunden | als Text | als Text oder mit einem Fingertipp auf einen Button |
Zwei Dinge bleiben gleich: Die Nachricht landet in der Standard-App, und Ihre Kunden können jederzeit antworten. Neu ist alles, was dazwischen passiert. Wenn Sie bisher nur SMS versenden, lohnt vorab ein Blick auf die Grundlagen des SMS-Marketings.
Wie sieht eine RCS-Nachricht für Ihre Kunden aus?
Für Ihre Kunden sieht eine RCS-Nachricht aus wie ein normaler Chat, nur mit erkennbarem Absender: Oben im Chat steht nicht mehr eine Rufnummer, sondern Ihr Firmenname mit Logo und einem Bestätigungshäkchen. Das Häkchen bedeutet: Dieser Absender wurde geprüft und gehört wirklich zu diesem Unternehmen.
In der Nachricht selbst haben Sie zwei Bausteine, die es bei der SMS nicht gibt:
- Rich Card: eine Karte mit Bild, Überschrift, kurzem Text und Buttons. Gut für ein Angebot, eine Terminbestätigung oder eine Sendungsverfolgung.
- Aktionsvorschläge: Buttons unter der Nachricht. Ein Tipp genügt, und der Kunde bestätigt einen Termin, ruft an, öffnet die Route in der Karten-App oder antwortet mit einem vorbereiteten Satz.
Für Ihre Kunden fühlt sich das an wie ein normaler Chat. Für Sie ist der Unterschied messbar, weil Sie sehen, ob die Nachricht gelesen wurde und welcher Button geklickt wurde.
Wer kann RCS empfangen?
In Deutschland erreicht RCS nach Angaben der vier Netzbetreiber rund 70 Millionen Menschen. Telekom, Vodafone, O₂ und 1&1 unterstützen den Standard gemeinsam. Auf Android-Geräten ist RCS in der vorinstallierten Nachrichten-App seit Jahren aktiv. Apple hat nachgezogen und unterstützt RCS ab iOS 18.1.
Das heißt in der Praxis: Ein sehr großer Teil Ihrer Kundschaft kann RCS empfangen, aber eben nicht jeder. Wer ein älteres Gerät nutzt, RCS abgeschaltet hat oder bei einem Anbieter ist, der es noch nicht ausgerollt hat, sieht keine RCS-Nachricht.
Für diese Empfänger bleibt die SMS der richtige Weg. Bei SendSeven laufen beide Kanäle im selben Posteingang, Sie brauchen also kein zweites Werkzeug. Wichtig zu wissen: Ein automatischer Rückfall von RCS auf SMS ist bei uns in Vorbereitung und noch nicht verfügbar. Bis dahin entscheiden Sie bewusst, welche Empfängergruppe welche Nachricht bekommt.
Wofür lohnt sich RCS im Alltag?
Überall dort, wo eine SMS heute funktioniert, aber schmucklos bleibt, und vor allem dort, wo Sie eine konkrete Handlung auslösen wollen. Vier Beispiele aus dem Mittelstand:
- Terminerinnerung mit Button. Statt „Bitte rufen Sie uns an“ tippt der Kunde auf „Termin bestätigen“ oder „Verschieben“. Das senkt die Zahl der Terminausfälle spürbar, weil die Antwort einen Fingertipp statt einen Anruf kostet.
- Versandbenachrichtigung mit Bild. Produktfoto, Lieferdatum und ein Button zur Sendungsverfolgung in einer Karte. Der Kunde muss nichts kopieren und nichts suchen.
- Angebot mit Produktfoto. Ein Karussell zeigt drei Artikel, jeder mit eigenem Button. Was in der SMS ein nackter Link war, wird sichtbar.
- Serviceinfo, die ankommen muss. Geänderte Öffnungszeiten, eine Störung, ein Rückruf. Der geprüfte Absender sorgt dafür, dass die Nachricht nicht für Spam gehalten wird.
Die Faustregel: Je konkreter die Handlung ist, die Sie sich vom Kunden wünschen, desto mehr bringt RCS. Reine Textinformation kann die SMS genauso gut.
Was kostet RCS?
Für RCS gibt es keine öffentliche Preisliste. Die Netzbetreiber setzen die Konditionen, und sie hängen von Land, Nachrichtentyp und Volumen ab. Wir rechnen RCS deshalb individuell und machen Ihnen auf Anfrage ein Angebot.
Zwei Anhaltspunkte helfen bei der Einordnung:
- Im Schnitt liegt eine RCS-Nachricht nach unserer eigenen Rechnung rund 30 Prozent unter dem Preis einer WhatsApp-Marketingnachricht in Deutschland.
- Die Plattform selbst kostet unabhängig davon eine feste monatliche Gebühr, im Einstieg 49 Euro im Monat inklusive Nachrichtenkontingent. Alle Pakete stehen auf der Preisseite. Der RCS-Versand wird gesondert kalkuliert.
Worauf müssen Sie achten, bevor Sie starten?
Auf vier Dinge: die Einwilligung, die Prüfung Ihres Absenders, die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Empfänger, die kein RCS haben.
Sie brauchen eine Einwilligung. RCS ist wie die SMS ein Werbekanal. Ohne Opt-in darf nichts raus. Bestehende SMS-Einwilligungen gelten in der Regel weiter, wenn Ihr Einwilligungstext den Versand von Nachrichten auf die Mobilnummer abdeckt und nicht ausdrücklich auf die SMS begrenzt ist. Lesen Sie Ihren Text durch, bevor Sie loslegen. Steht dort ausdrücklich nur die SMS, holen Sie die Einwilligung besser breiter ein. Das ist keine Rechtsberatung.
Ihr Absender wird geprüft. Bevor Sie senden dürfen, prüfen Google und Ihr Netzbetreiber Ihre Markenidentität: Unternehmen, Logo und Beschreibung. Erst danach bekommen Sie den verifizierten Absender mit dem Bestätigungshäkchen. Wie lange die Prüfung dauert, hängt von Google und vom Netzbetreiber ab und lässt sich nicht pauschal zusagen. Planen Sie sie deshalb vor Ihrem Wunschtermin ein, nicht danach.
Verschlüsselt, aber nicht Ende zu Ende. Geschäftliche RCS-Nachrichten sind auf dem Transportweg nach TLS 1.3 verschlüsselt. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie im privaten Chat gibt es für Unternehmensnachrichten nicht. Behandeln Sie den Kanal deshalb wie E-Mail: gut für Service und Angebote, nicht für hochsensible Daten.
Nicht jeder ist erreichbar. Planen Sie die SMS als zweiten Weg fest ein, statt sie als Notlösung zu betrachten. Wer beide Kanäle kennt, plant Kampagnen realistischer.
Wie starten Sie mit RCS?
In fünf Schritten: einen Anlass auswählen, die Einwilligungen prüfen, den Absender verifizieren lassen, eine Nachricht bauen und testen, dann messen. Ein sinnvoller erster Schritt ist klein, nicht groß:
- Einen Anlass auswählen. Nehmen Sie die Nachricht, die Sie ohnehin am häufigsten verschicken, meist die Terminerinnerung oder die Versandinfo.
- Einwilligungen prüfen. Schauen Sie nach, welcher Text bei der Erhebung der Mobilnummern stand.
- Absender verifizieren lassen. Firmenname, Logo und Beschreibung einreichen, dann läuft die Prüfung.
- Eine Nachricht bauen und testen. Ein Bild, ein klarer Satz, maximal drei Buttons. Weniger wirkt besser.
- Messen und vergleichen. Lesequote und Button-Klicks gegen Ihre bisherige SMS halten.
Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, geht der RCS-Leitfaden 2026 auf Technik, Sicherheit und den Vergleich mit WhatsApp im Detail ein. Was RCS bei SendSeven konkret kann und wie ein Start abläuft, steht auf der RCS-Kanalseite.
Häufig gestellte Fragen
Brauchen meine Kunden eine App für RCS?
Nein. RCS läuft in der Nachrichten-App, die auf dem Smartphone schon vorhanden ist. Ihre Kunden installieren nichts, melden sich nirgends an und legen kein Konto an. Genau das unterscheidet RCS von Messenger-Diensten wie WhatsApp.
Funktioniert RCS auf dem iPhone?
Ja. Apple unterstützt RCS seit iOS 18.1 in der vorinstallierten Nachrichten-App. Ob eine geschäftliche RCS-Nachricht bei einem bestimmten iPhone ankommt, hängt zusätzlich vom Netzbetreiber und vom Stand des Rollouts ab. Planen Sie SMS deshalb weiter als zweiten Weg ein.
Was passiert, wenn ein Kunde kein RCS empfangen kann?
Dann erreichen Sie ihn per SMS. Beide Kanäle laufen bei SendSeven im selben Posteingang. Ein automatischer Rückfall von RCS auf SMS ist bei uns in Vorbereitung und noch nicht verfügbar, Sie steuern die beiden Kanäle also vorerst bewusst selbst.
Brauche ich für RCS eine Einwilligung?
Ja. RCS ist wie die SMS ein Werbekanal, und Sie brauchen die Einwilligung des Empfängers, bevor Sie senden. Bestehende SMS-Einwilligungen gelten in der Regel weiter, wenn Ihr Einwilligungstext nicht ausdrücklich auf die SMS begrenzt ist. Das ist keine Rechtsberatung.
Soll ich RCS oder WhatsApp nutzen?
Beides, für unterschiedliche Zwecke. RCS erreicht Ihre Kunden ohne App-Installation, WhatsApp erreicht die Leute, die ohnehin dort chatten, und ist Ende zu Ende verschlüsselt. Eine Einwilligung brauchen Sie für beide Kanäle gleichermaßen. In der Praxis ersetzt RCS eher Ihre SMS als Ihren WhatsApp-Kanal.
Ist RCS DSGVO-konform nutzbar?
Ja, unter denselben Bedingungen wie SMS oder E-Mail: Sie brauchen eine Einwilligung, eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung und einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem Anbieter. Wie die Einordnung im Detail aussieht, steht im RCS-Leitfaden 2026. Das ist keine Rechtsberatung.
Ist RCS sicherer als WhatsApp?
Anders, nicht pauschal sicherer. Geschäftliche RCS-Nachrichten sind auf dem Transportweg verschlüsselt nach TLS 1.3, aber nicht Ende zu Ende. Der große Vorteil liegt woanders: Ihre Kunden sehen am Bestätigungshäkchen, dass die Nachricht wirklich von Ihnen stammt. Das macht Betrugsversuche im Namen Ihres Unternehmens deutlich schwerer.