WhatsApp für Tierarztpraxen: Terminerinnerungen, Impfreminder & Foto-Triage rechtssicher automatisieren (2026)

10.428 Tierarztpraxen in Deutschland, 33,9 Millionen Heimtiere, akuter Personalmangel. Das Telefon klingelt dauerhaft, Termine fallen aus, Impferinnerungen per Post sind zu teuer. Dieser Leitfaden zeigt, wie Klein- und Großtierpraxen mit WhatsApp Business API Terminausfälle reduzieren, Impfreminder automatisieren und die TFA entlasten – ohne Ferndiagnose-Verbot zu verletzen.

TL;DR

Rund 10.428 Tierarztpraxen versorgen 33,9 Millionen Heimtiere in Deutschland (Tierärzteatlas 2024, IVH/ZZF 2024), bei akutem Personalmangel und Burnout-Werten weit über dem Branchenschnitt. Das Hauptproblem: Das Telefon klingelt ununterbrochen, die TFA kommt nicht zu ihren Kernaufgaben, Termine fallen aus und Impferinnerungen per Post sind unwirtschaftlich. WhatsApp Business erreicht bis zu 98 % Öffnungsrate gegenüber 20–25 % per E-Mail, 90 % davon innerhalb der ersten Minuten. Terminerinnerungen, Impf- und Wurmkur-Reminder, Foto-Triage und Medikamenten-Nachbestellungen für Dauerpatienten lassen sich rechtssicher automatisieren, ohne das Ferndiagnose-Verbot der EU-VO 2019/6 zu berühren. Service-Konversationen mit Tierhalter sind seit November 2024 von Meta-Seite kostenlos. Zurück zum Cluster: WhatsApp Business für KMU, der vollständige Leitfaden 2026.

Das Problem: Personalmangel, Telefon-Overload, Terminausfälle

Dienstagvormittag, 10:15 Uhr in einer Kleintierpraxis. Im Wartezimmer sitzen drei Hundehalter, die TFA jongliert zwischen Aufnahme, Telefonklingeln und Impfpassprüfung. Ein Halter ruft an und beschreibt aufgeregt eine Wunde am Bein seines Hundes, per Telefon kaum einzuschätzen, ob es eine Bagatelle oder ein Notfall ist. Die TFA bittet ihn vorbeizukommen, der Wartebereich ist bereits voll. Im Behandlungszimmer wartet die nächste Patientin mit einer Katze, die laut Anmeldung ein Routine-Impftermin ist.

Genau diese Szene spielt sich täglich tausendfach in deutschen Tierarztpraxen ab. Die Branche steht laut Initiative Tierarztmangel vor einem strukturellen Versorgungsproblem: „Der Personalmangel in der kurativen Praxis gefährdet schon jetzt die flächendeckende Versorgung.“ Viele Kliniken haben den 24/7-Notdienst aufgegeben, erstmals 2024 gab es mehr angestellte als niedergelassene Tierärzte (Tierärzte-Atlas 2024).

Dazu kommt der TFA-Mangel: Die tiermedizinische Ausbildung ist beliebt, aber die Burnout-Quote hoch und die Bezahlung niedrig. Hohe Fluktuation, dauerhafte Unterbesetzung. Burnout- und Suizidraten unter Tierärzten liegen überdurchschnittlich hoch (inBehandlung).

Und mittendrin: 33,9 Millionen Heimtiere, davon 15,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunde (IVH/ZZF Heimtiermarkt 2024). 44 % der deutschen Haushalte halten ein Heimtier. Die Nachfrage nach tierärztlicher Versorgung steigt, das Angebot schrumpft, und jede Stunde TFA-Zeit zählt doppelt.

Die E-Mail mit der Impferinnerung? Liegt zwischen 47 anderen Newslettern. Geschäftliche E-Mails werden nur zu 20–25 % geöffnet. Die WhatsApp-Nachricht mit derselben Information? Bis zu 98 % Öffnungsrate, 90 % davon in den ersten drei Minuten. Recall per Post? Zu teuer geworden, Druck und Porto rechnen sich nicht mehr (ReboPharm 2024). Genau hier setzt WhatsApp an.

Warum WhatsApp für Tierarztpraxen funktioniert

WhatsApp trifft die spezifischen Bedürfnisse einer Tierarztpraxis wie kein anderer digitaler Kanal:

  • Bis zu 98 % Öffnungsrate gegenüber 20–25 % per E-Mail. Eine Terminerinnerung, die gelesen wird, ist ein Termin, der wahrgenommen wird.
  • Asynchron, TFA-entlastend. Halter schreiben morgens, abends, am Wochenende. Die TFA antwortet, wenn der Behandlungsraum gerade leer ist. Kein Telefonklingeln im Konsultationsmoment, keine Rückrufstapel.
  • Foto-fähig. Der Halter fotografiert die Wunde, das gerötete Auge, das schiefe Ohr. Die TFA oder Tierärztin sieht mehr als am Telefon, und kann besser entscheiden, ob ein sofortiger Termin nötig ist oder die Lage über Nacht beobachtbar ist. Wichtig: Foto-Triage ist erlaubt, Ferndiagnose nicht (siehe Recht-Abschnitt).
  • Eine Nummer für die ganze Praxis. Nicht das private Smartphone der Inhaberin. Eine offizielle Praxis-Nummer über die WhatsApp Business API, das ganze Team antwortet aus dem gemeinsamen Posteingang.
  • Recall ohne Druck- und Portokosten. Impf- und Wurmkur-Reminder kosten in WhatsApp pro Nachricht Bruchteile eines Cents, verglichen mit Postkartenpreisen unschlagbar.
  • Service-Konversationen kostenlos. Seit November 2024 berechnet Meta Service-Konversationen mit 0 €. Eingehende Halter-Anfragen und Ihre Antworten innerhalb des 24-Stunden-Fensters sind damit komplett gratis, nur ausgehende Marketing- und Utility-Templates verursachen Kosten.

Die 5 wichtigsten Anwendungsfälle für WhatsApp in der Tierarztpraxis

1. Terminerinnerung 24 Stunden vorher

Der größte Einzel-Hebel gegen Terminausfälle. 24 Stunden vor dem Termin sendet das System automatisch eine WhatsApp-Nachricht mit zwei Buttons:

Hallo Frau Berger, der Termin für Bella ist morgen um 14:30 Uhr in unserer Praxis. Bitte bestätigen Sie kurz: [Wir kommen] [Verschieben]

Wer auf „Verschieben“ tippt, wird direkt zum Buchungsflow weitergeleitet, der Slot wird für andere Patienten wieder verfügbar. Diese Nachricht ist eine Utility-Nachricht. Hat der Halter innerhalb der letzten 24 Stunden zuerst geschrieben (offenes 24-Stunden-Fenster), ist sie seit Juli 2025 sogar kostenlos.

WhatsApp-Terminerinnerung für Tierarztpraxis mit Buttons Wir kommen und Verschieben
Terminerinnerung 24 Stunden vor dem Konsultationstermin, mit Zwei-Tap-Antwort.

2. Impf- und Wurmkur-Reminder

Das Herzstück moderner Recall-Systeme. Tollwut, Hundeseuche, Katzenschnupfen, Wurmkuren, alle wiederkehrenden Behandlungen lassen sich als automatische WhatsApp-Erinnerung hinterlegen. Beispiel:

Hallo Herr Klein, Lunas Tollwut-Auffrischung ist nächste Woche fällig. Wir haben einen Termin am Donnerstag, 17. April um 10:30 Uhr für Sie reserviert. [Bestätigen] [Anderen Termin wählen]

Recall per Post kostet Druck und Porto, wird oft übersehen, kommt zu spät oder gar nicht an. WhatsApp-Reminder sind günstiger, schneller und werden tatsächlich gelesen. ReboPharm nennt Recall-Systeme „wichtiger denn je“ angesichts wachsender Versorgungsdichte.

3. Foto-Triage für unklare Symptome

Der häufigste Halter-Anruf: „Mein Hund hat sich am Bein verletzt, was soll ich tun?“ Telefonisch kaum einzuschätzen. Mit WhatsApp schickt der Halter ein Foto, die TFA oder Tierärztin entscheidet:

  • Bagatelle, beobachten, am nächsten Werktag vorbeikommen
  • Heute noch in die Praxis
  • Sofort in den Notdienst, Adresse anbei

Kein Ratespiel mehr, keine unnötige Notdienstfahrt für eine kleine Schramme, keine verpasste Notfall-Erkennung für eine ernste Wunde. Wichtig (siehe Recht-Abschnitt): Foto-Triage darf eine Einschätzung geben, aber niemals die klinische Untersuchung ersetzen oder zur Diagnose und Verschreibung führen, ohne dass das Tier vorgestellt wurde.

WhatsApp-Foto-Triage: Halter sendet Foto einer Wunde, TFA gibt Einschätzung
Foto-Triage per WhatsApp, schnelle Einschätzung statt Telefon-Ratespiel.

4. Medikamenten-Nachbestellung für Dauerpatienten

Tiere mit Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Arthrose oder Epilepsie brauchen Dauermedikation. Bisher: Der Halter ruft an, die TFA kramt die Akte raus, prüft das Rezept, bereitet die Abholung vor. Mit WhatsApp:

Hallo, ich brauche bitte wieder die Schilddrüsentabletten für Mia, die letzten reichen noch eine Woche., Anna B.

Die TFA prüft, ob ein gültiges Rezept vorliegt, bereitet die Abholung vor und schickt eine Bestätigung mit Abholzeitfenster. Erlaubt unter TAMG, sofern die Verschreibung von der eigenen Praxis stammt und das Tier bekannt ist. Keine Verschreibung an Neukunden ohne vorherige Untersuchung.

5. Notdienst-Routing und Bereitschafts-Auskunft

Außerhalb der Sprechzeiten ist die zentrale Frage: „Wer hat heute Nacht Notdienst?“ Statt das Privattelefon der Inhaberin zu belasten, übernimmt ein WhatsApp-Bot die erste Antwort:

Hallo, leider sind wir gerade geschlossen. Bei Notfällen erreichen Sie den tierärztlichen Notdienst unter 0421-XXXXX. Bei nicht akuten Fragen schreiben Sie uns gern, wir antworten morgen ab 8:00 Uhr.

Das reduziert nächtliche Privatanrufe und erfüllt gleichzeitig die Bereitschaftsdienst-Information, ein wichtiger Stress-Faktor in der Branche.

Was kostet was? Pricing-Übersicht seit November 2024

Szenario24h-FensterKosten
Halterin schreibt „Bella humpelt“öffnet Fenster0 €
Sie antworten frei: „Bitte heute noch vorbeikommen“offen0 € (Service)
Termin-Reminder als Utility-Templateoffen0 € (seit Juli 2025)
Termin-Reminder als Utility-Templategeschlossen~0,04 €
Impfreminder (Utility, proaktiv)geschlossen~0,04 €
Eingehende Halter-Nachrichtegalimmer 0 €

Merksatz: Solange ein:e Halter innerhalb der letzten 24 Stunden zuerst geschrieben hat, ist die gesamte Konversation kostenlos, inklusive Utility-Templates. Bezahlt werden nur Marketing-Templates und Utility-Templates außerhalb des Fensters. Vollständige Preisübersicht.

WhatsApp Business App oder Messaging-Plattform: Was brauchen Tierarztpraxen wirklich?

Viele Tierarztpraxen nutzen bereits die kostenlose WhatsApp Business App, meist über das private Smartphone einer Tierärztin oder TFA. Für den professionellen Praxisbetrieb hat die App fünf kritische Schwächen:

KriteriumWhatsApp Business AppMessaging-Plattform (API)
Gleichzeitige Nutzer1 Gerät, 1 PersonGanzes Praxisteam gleichzeitig
DSGVO & § 203 StGBKritisch, Adressbuch synchronisiert zu Meta, kein AVVEU-Hosting, AVV, getrennte Auftragsverarbeitung
AutomatisierungenEinfache AbwesenheitsnachrichtenTermin-Reminder, Impfreminder, Recall-Kampagnen
BroadcastMaximal 256 Kontakte, nur gespeicherte NummernUnbegrenzt an Opt-in-Halter
Eingehende NachrichtenManuell, ein Gerät, keine ZuweisungKostenlos, ganzes Team, Zuweisung möglich
Praxissoftware-AnbindungKeine IntegrationZapier, Webhooks, Schnittstellen zu gängigen Praxisverwaltungen

Tipp: WhatsApp Coexistence. Seit 2025 lassen sich App und Messaging-Plattform parallel auf derselben Nummer betreiben, persönliche Antworten über die App, Automatisierungen und Multi-User-Zugriff über die Plattform. Das erleichtert den Umstieg erheblich. Mehr dazu: WhatsApp Business App vs. API, Der komplette Vergleich 2026.

Was ist tierärztlich erlaubt? BTÄO, MBO-T, TAMG und § 203 StGB im Klartext

Vier Regelwerke bestimmen, was per WhatsApp in der Tierarztpraxis erlaubt ist, und wo die Grenzen liegen.

BTÄO § 1, Begriff der tierärztlichen Tätigkeit

Die Bundes-Tierärzteordnung § 1 definiert den Tierarzt als beruflich Verantwortlichen für die Verhütung, Linderung und Heilung von Tierkrankheiten. Diese Verantwortung ist nicht delegierbar an ein Smartphone und nicht durch ein Foto ersetzbar.

EU-VO 2019/6 + TAMG, kein Rezept ohne Untersuchung

Die EU-Tierarzneimittelverordnung (in Deutschland umgesetzt durch das TAMG) legt in Art. 105 Abs. 3 fest: Eine Verschreibung verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel setzt eine angemessene klinische Untersuchung voraus. Konsequenz für WhatsApp:

  • Verboten: Diagnose und Rezeptausstellung allein auf Basis einer Foto- oder Textbeschreibung, ohne dass das Tier vorgestellt wurde
  • Erlaubt: Foto-Triage als Vor-Einschätzung („Bitte heute noch vorbeikommen“), Termin-Reminder, Recall, Medikamenten-Nachbestellung für bereits behandelte Patienten mit gültigem Rezept aus der eigenen Praxis

Die Faustregel: Über WhatsApp wird organisiert und triagiert, nicht ferndiagnostiziert.

MBO-T § 2, Werbung und Sachlichkeit

Die Musterberufsordnung Tierärzte verbietet berufswidrige Werbung, also wahrheitswidrige, irreführende oder übermäßig anpreisende Aussagen. Sachliche Information über Tätigkeitsschwerpunkte und Service-Angebote ist erlaubt. Konsequenz für WhatsApp-Newsletter: Inhalte müssen sachlich und informativ bleiben, keine Vergleiche zu anderen Praxen, keine Heils-Versprechen, keine Rabattaktionen für Tierarzneimittel.

§ 203 StGB, Schweigepflicht für Tierärzte

Tierärzte sind ausdrücklich in § 203 StGB genannt. Verletzung der beruflichen Schweigepflicht kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Tierhalterdaten, Name, Adresse, Tier, Diagnose, sind als Privatgeheimnisse strafrechtlich geschützt.

Konsequenz: Die Consumer-WhatsApp-App ist für Tierarztpraxen nicht geeignet, weil sie das Adressbuch zu Meta synchronisiert, ohne dass ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit der Praxis besteht. Nur die WhatsApp Business API über einen DSGVO-konformen Anbieter mit AVV-Vertrag, EU-Hosting und Opt-in-Verwaltung erfüllt die Anforderungen. Die Fachpresse, etwa Thieme Tiermedizin, beschreibt diese Trennung detailliert.

DSGVO, Pflicht-Bausteine

Vollständige Checkliste: DSGVO-Checkliste Business Messaging 2026.

In 3 Schritten zur digitalen Praxiskommunikation

Kein IT-Hintergrund erforderlich. So läuft der Einstieg ab:

  1. WhatsApp Business freischalten. SendSeven übernimmt die Verifizierung bei Meta. Sie benötigen: Tierärztliche Niederlassungs-Bescheinigung oder Gewerbeanmeldung, Facebook Business Manager Account (kostenlos), Telefonnummer der Praxis. Dauer: 1–3 Werktage. Schritt-für-Schritt: WhatsApp Business API einrichten.
  2. Nachrichtenvorlagen genehmigen lassen. Termin-Reminder, Impfreminder und Notdienst-Auskunft müssen als Message Templates von Meta genehmigt werden. SendSeven stellt veterinärerprobte Vorlagen bereit. Details zu Kosten: WhatsApp Business API Kosten 2026.
  3. Workflows konfigurieren. Richten Sie automatische Termin-Reminder-Flows, Impf- und Wurmkur-Recall-Segmente und Notdienst-Routing ein. Der SendSeven-Chatbot kann Foto-Triage-Anfragen vorqualifizieren und an die richtige Tierärztin weiterleiten. Alle Funktionen im Überblick.

Kostenbeispiel: Eine Kleintierpraxis mit 2 Tierärzte, 4 TFA und ca. 800 aktiven Patienten: 200 Termin-Reminder/Monat (~9,20 €), 80 Impfreminder (~3,68 €), 50 Wurmkur-Reminder (~2,30 €), eingehende Halter-Anfragen kostenlos, SendSeven Pay-as-you-go ab 9 €/Monat. Gesamtkosten: ca. 24 €/Monat. Alle Tarife: Preise & Pakete.

Praxisbeispiele aus dem Tierarztalltag

Drei typische Praxen zeigen, wie WhatsApp den Alltag verändert.

Kleintierpraxis, 2 Tierärzte, 4 TFA

Eine klassische Stadt-Kleintierpraxis mit Schwerpunkt Hund und Katze. Problem: Die TFA verbringt schätzungsweise 2–3 Stunden täglich am Telefon mit Routinefragen, „Wann ist der nächste freie Termin?“, „Was kostet die Kastration?“, „Mein Hund kratzt sich, was soll ich tun?“. Im Wartezimmer entstehen dadurch lange Wartezeiten.

Lösung: WhatsApp-Termin-Reminder 24h vorher, Foto-Triage-Workflow für unklare Symptome, automatische Auskunft zu Sprechzeiten und Notdienst. Alle TFAs arbeiten gemeinsam im Posteingang, Anfragen werden zugewiesen, Antworten sind protokolliert.

Ergebnis: Telefonaufkommen spürbar reduziert. Die TFA hat mehr Zeit für die Patienten im Wartezimmer und für Behandlungs-Assistenz im OP-Saal.

Pferdepraxis im ländlichen Raum

Eine fahrende Pferdepraxis mit Routine-Impfungen und Routine-Hufpflege bei Ställen im Umkreis von 60 km. Problem: Termin-Koordination mit Stallbetreibern war ein Telefon-Marathon, Impferinnerungen kamen oft zu spät.

Lösung: WhatsApp-Reminder zwei Wochen und drei Tage vor jedem Impftermin, plus Stall-Gruppenkommunikation für Tour-Avisen. Die Stallbetreiber sehen, wann die Tierärztin kommt, und können Pferde rechtzeitig holen.

Ergebnis: Touren effizienter, weniger Doppel-Anfahrten, höhere Impf-Compliance, bessere Verlässlichkeit gegenüber Stammkunden.

Tierklinik mit Notdienst

Eine größere Tierklinik mit 7 Tierärzte und eigenem Wochenend-Notdienst. Problem: Nachts klingelte das Notdienst-Telefon ständig wegen nicht-akuter Bagatellen, die Tierärzte schliefen schlecht, der Krankenstand stieg.

Lösung: WhatsApp-Bot für die erste Notdienst-Triage, mit automatischer Auskunft zu Sprechzeiten, Notfall-Definition (was ist ein echter Notfall?) und Rückruf-Routing nur für tatsächlich kritische Fälle. Foto-Triage durch die diensthabende Tierärztin per Smartphone.

Ergebnis: Deutlich weniger nächtliche Anrufe für Bagatellen, bessere Schlafqualität im Team, mehr Energie für echte Notfälle.

Weitere Branchen-Leitfäden aus dem KMU-Cluster:

Häufige Fragen

Darf eine Tierarztpraxis WhatsApp für die Kommunikation mit Tierhalter nutzen?

Ja, sofern zwei Bedingungen erfüllt sind: erstens nur über die WhatsApp Business API mit einem DSGVO-konformen Anbieter (nicht über die kostenlose Consumer-App), und zweitens unter Wahrung der Schweigepflicht nach § 203 StGB. Erlaubt sind Termin-Reminder, Impf- und Wurmkur-Erinnerungen, Foto-Triage als Vor-Einschätzung und Medikamenten-Nachbestellung für bereits behandelte Patienten. Verboten ist Ferndiagnose und Rezeptausstellung ohne klinische Untersuchung (EU-VO 2019/6 / TAMG).

Darf ich per WhatsApp eine Diagnose stellen, wenn der Halter mir ein Foto schickt?

Nein. Die EU-Tierarzneimittelverordnung (EU-VO 2019/6 Art. 105 Abs. 3, in Deutschland umgesetzt durch das TAMG) verlangt eine angemessene klinische Untersuchung vor Verschreibung. Foto-Triage darf eine Vor-Einschätzung geben („Bitte heute noch vorbeikommen“, „Beobachten und morgen wieder schreiben“, „Sofort in den Notdienst“), niemals jedoch eine endgültige Diagnose oder eine Verschreibung ohne Untersuchung.

Wie wahre ich die Schweigepflicht (§ 203 StGB) bei WhatsApp?

Indem Sie ausschließlich die WhatsApp Business API über einen DSGVO-konformen Anbieter mit AVV-Vertrag und EU-Hosting nutzen. Die Consumer-WhatsApp-App ist nicht geeignet, weil sie das Adressbuch des Smartphones zu Meta synchronisiert, ohne dass ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit der Praxis besteht. Tierärzte sind ausdrücklich in § 203 StGB genannt.

Kann ich Impfreminder per WhatsApp versenden?

Ja. Tollwut-Auffrischungen, Hunde-Sechsfach, Katzenseuche und Wurmkuren lassen sich als automatische Nachrichtenvorlagen hinterlegen. Der Reminder wird zum definierten Zeitpunkt gesendet, die Halter kann per Button bestätigen oder einen anderen Termin wählen. Voraussetzung ist die schriftliche Einwilligung (Opt-in) der Halter beim Praxisbesuch.

Was kostet WhatsApp Business für eine Tierarztpraxis pro Monat?

Die Kosten sind nutzungsbasiert. SendSeven Pay-as-you-go startet ab 9 €/Kanal/Monat. Service-Konversationen (eingehende Halter-Nachrichten und Ihre Antworten im 24-Stunden-Fenster) sind seit November 2024 von Meta-Seite kostenlos. Hat der Halter zuerst geschrieben, sind auch Utility-Nachrichten innerhalb des offenen 24-Stunden-Fensters seit Juli 2025 kostenlos. Typische Kleintierpraxis (2 TÄ, 4 TFA, 800 aktive Patienten): rund 24 €/Monat inklusive Termin-Reminder und Impfreminder. Alle Tarife: Preise & Pakete.

Lässt sich WhatsApp mit meiner Praxisverwaltungssoftware verbinden?

Ja. Über Webhooks und Integrationsplattformen wie Zapier lässt sich SendSeven mit gängiger Tierarzt-Praxissoftware verbinden, automatische Termin-Reminder direkt aus dem Praxiskalender, Impfdaten-Synchronisation und Recall-Workflows sind möglich. Das SendSeven-Support-Team berät bei der Integration. Alle Möglichkeiten: Funktionsüberblick.

Wie schnell kann eine Tierarztpraxis WhatsApp Business einrichten?

Rechnen Sie mit 1 bis 2 Werktagen für den Grundbetrieb. Schritt 1: Meta-Business-Verifizierung der Praxis über Handelsregister oder Impressum, 1 bis 3 Werktage. Schritt 2: Anbindung an einen DSGVO-konformen WhatsApp Business API-Anbieter inklusive AVV, 30 Minuten. Schritt 3: Erste Message-Templates für Termin-Reminder und Impfreminder anlegen, 1 bis 2 Stunden. Foto-Triage-Workflow und Bot-Triage folgen in Iteration 2. Komplette Anleitung: WhatsApp Setup Guide.

Funktioniert WhatsApp auch für reine Großtierpraxen oder mobile Tierärzte?

Ja, sogar besonders gut. Mobile Tierärzte profitieren von Foto-Triage vor der Anfahrt (Wunde, Lahmheit, Geburtsverlauf einschätzen), automatischen Anfahrts-ETAs an den Hof und einem geteilten Posteingang, in dem TFA und Tierarzt Anfragen koordinieren. Großtierpraxen nutzen WhatsApp für Bestandsbetreuungs-Reminder (TGD-Untersuchungen, Routine-Impfungen, BVD-Beprobung). Mit Pay-as-you-go ab 9 €/Kanal/Monat fallen keine Fixkosten pro Tierarzt an, ideal für Einzelpraxen und Praxen mit angestellten Kollegen.